Betriebliche Suchtprävention
Bei Suchtproblemen in Betrieben steht übermäßiger Alkoholkonsum an erster Stelle. Ein Phänomen des Alltags, das alle Berufsschichten trifft und auch vor den Führungsetagen nicht halt macht. In Österreich sind circa fünf bis zehn Prozent der Berufstätigen von Alkohol und Medikamenten abhängig. Der volkswirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht, liegt bei etwa 730 Millionen Euro jährlich.
Neueren Untersuchungen zufolge erbringt ein süchtiger Mitarbeiter nur mehr 75 % der Normalarbeitsleistung, Unternehmen erleiden durch ihre suchtkranken Mitarbeiter einen Schaden von 1,25 bis 2,5 % der Lohn- und Gehaltskosten. Bei ca. 30 % aller Arbeitsunfälle ist Alkohol im Spiel. Alkoholkranke sind dreimal häufiger im Krankenstand und fehlen 16-mal öfter am Arbeitsplatz als ihre Kollegen.
Tabuthema Sucht
Suchterkrankungen entwickeln sich schleichend, oft über zehn bis 20 Jahre. Dennoch wird das Problem meist zu spät erkannt und angesprochen. In den meisten Fällen wird nach zwei Extremen – Hysterie oder Eskalation - vorgegangen:
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Beim geringsten Anzeichen auf eine Abhängigkeit wird der Betroffene entlassen. Das Problem scheint fürs erste gelöst – zumindest bis zum nächsten Mitarbeiter mit Abhängigkeitsproblematik. Dadurch verliert ein Unternehmen möglicherweise leichtfertig einen hoch qualifizierten Mitarbeiter, in den man hohe Ausbildungskosten investiert hat.
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Man ignoriert das Problem so lange es nur irgendwie geht. Kollegen machen den Arbeitsausfall wett, Führungskräfte schauen weg, entschuldigen oder verharmlosen das Problem. Der suchtkranke Mitarbeiter wird nie mit seinem Suchtproblem konfrontiert und ernsthaft vor klare Entscheidungen gestellt. Erst sehr spät kommt es dann in der Regel zur Delegation an den Betriebsarzt oder die Personalabteilung mit dem Wunsch nach einer schnellen Lösung.
Dieser Ablauf könnte bei rechtzeitiger Früherkennung und entsprechender Intervention der Führungskräfte völlig anders aussehen: Betroffenen könnte zeitgerechter Hilfe geboten werden, die Belastung für das Arbeitsumfeld eines Betroffenen könnte eingegrenzt und der wirtschaftliche Schaden für das Unternehmen minimiert werden.
Dazu muss jedoch das vorhandene Tabu bezüglich suchtkranker und –gefährdeter Mitarbeiter gebrochen und dieses Thema öffentlich im Unternehmen bearbeitet werden.
Der Weg zu einem betriebsinternen Präventionsprogramm
Herbert Baumgartner, Leiter der Abteilung Suchtprävention in der Arbeitswelt am Institut Suchtprävention, hat die einzelnen Schritte zu einem betriebsinternen Präventionsprogramm (organisatorische Rahmenbedingungen, Ziele eines Präventionsprogramms, Maßnahmen zur Prävention und Intervention, Planung und Erfolgskontrolle) kompakt und übersichtlich zusammengefasst:
Schritte betriebl Praeventionsprogramm [754 kB]
Informieren Sie sich über unsere Bildungsangebote im Bereich der betrieblichen Suchtprävention:
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Persönliche Fachberatung und Coaching
für EntscheidungsträgerInnen über Möglichkeiten, wie sich Suchtprävention im jeweiligen Betrieb konkret umsetzen lässt mehr...
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Sensibilisierungsvortrag: Betriebliche Suchtprävention
Der Vortrag bietet EntscheidungsträgerInnen einen Überblick über betriebliche Präventionsmöglichkeiten. mehr...
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Projekt: Betriebliche Suchtprävention
Erarbeiten eines maßgeschneiderten Präventionsprojekts mit einer betriebsinternen Projektgruppe und Begleitung bei der Umsetzung mehr...
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Seminar für Führungskräfte
für das praktische Umsetzen von suchtpräventiven Projekten im jeweiligen Betrieb mehr...
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