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Snus – teilweise illegalisierte Droge

Snus oder Snaff ist feingemahlener Tabak, der als Kautabak unter die Lippen geschoben wird, oft unter Beimischung von Amoniak, damit der Snus feucht bleibt. Die weit verbreitete Meinung, dass Snus mit feinen Glassplittern angereichert wird, damit das Nikotin schneller in die Blutbahn gelangt, ist eine Fehlinformation, die dadurch zustande kam, weil im Snus Salz enthalten ist, welches nach zu langer und zu trockener Lagerung kristallisiert.

Der Verkauf von rauchfreiem Tabak ist in der EU seit 1992 verboten, das Verbot wurde zuletzt in Art. 8 der Richtlinie 2001/37/EG bekräftigt. In Schweden, das damals noch kein EU-Mitglied war, ist der Konsum von "Snus" weit verbreitet. Dieser rauchfreie Tabak wird zwischen Oberlippe und Zahnfleisch gesteckt und führt dort direkt Nikotin in die Blutbahn zu. Beim EU-Beitritt 1995 hat Schweden eine Ausnahmeregelung erwirkt, damit das seit 200 Jahren beliebte Produkt, das von rund einem Fünftel der schwedischen Männer konsumiert wird, weiter im Umlauf bleiben kann.

Aufnahme / Wirkungsdauer

Der Snus wird unter Ober- oder Unterlippe gepresst oder direkt in die Mundhöhle gelegt (zum Teil ist der Snus in kleine Beutel verpackt, was den Konsum erleichtert).

Rausch

Das Nikotin dringt rasch ins Blut ein. Die Wirkung ist individuell verschieden, die einen aktiviert der Snus, die anderen beruhigt er.

Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches

Erstmaliger Konsum macht in wenigen Minuten schwindlig und provoziert Übelkeit (v.a. wenn der Konsument Nichtraucher ist). Snus ist eine "Nikotinbombe" und enthält die Tabakkonzentration mehrerer Zigaretten. Nach mehrmaligem Konsum entsteht Gewöhnung und ziemlich rasch eine körperliche Abhängigkeit (analog zum Rauchen).

Langzeitfolgen

Das "rauchfreie" Snusen ist insgesamt weniger schädlich als Rauchen, aber dennoch führt es zu Schädigungen des Zahnfleisches, der Halsschleimhaut und des Kehlkopfes. Es können sich Karzinome in der Mundhöhle oder auf den Lippen bilden, die Zähne verfärben sich und es kann zu Magenproblemen kommen.