Medikamente – verschreibungspflichtige, teilweise legale Droge
Jedes Medikament kann als Droge missbraucht werden, das Abhängigkeits-potenzial ist meistens sehr hoch.
Barbiturate, Ketamin
Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe und Präparate, die Schmerzen lindern und beseitigen, in höheren Dosen Rauschzustände auslösen und somit das Bewusstsein verändern, einschränken oder auch gänzlich ausschalten.
In der Medizin werden Betäubungsmittel als Arzneimittel zur Schmerzbe-handlung und/oder Narkose eingesetzt.
Eine Überdosierung kann zur Lähmung des Atemzentrums und schließlich zum Tod führen. Konsumiert man Barbiturate über einen längeren Zeitraum, setzt eine Gewöhnung ein und es werden höhere Dosen notwendig, um eine Wirkung zu erzielen. Nimmt man gleichzeitig Alkohol zu sich, wird die Wir-kung des Medikaments verstärkt.
Ketamin ist eigentlich ein Betäubungsmittel und wird für die Anästhesie ver-wendet.
Szenenamen
Special K, K’s, Ketamin,
Aufnahme / Wirkungsdauer
Ketamin, Barbiturate: Intravenöse Verabreichung. Andere Medikamente werden meist als Pillen, Tabletten oder Kapseln eingenommen. Die Wirkung tritt sofort und anhaltend ein. Ketamin wirkt ca. drei Stunden.
Rausch
Ketamin steigert den Blutdruck. Die Herzfrequenz steigt an. Barbiturate in höheren Dosen wirken erregend (!), danach schlägt die Wirkung in Apathie bis hin zu - bei Überdosierung - tödlich endender Lähmung von Herz und At-mung.
Die eigentliche Rauschentwicklung ist halluzinogen und bewirkt teilweise eine Störung der Wahrnehmung. Der User ist der Umgebung meist hilflos ausgeliefert. Angstzustände und Panikattacken sind nicht selten.
Nachweiszeit
Ketamin ist zwei bis vier Tage nach der Einnahme nachweisbar. Ketamin wird nur auf Sonderanforderungen untersucht.
Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Bei Ketamin sind die Risiken enorm: Atemlähmung bis zum Atemstillstand, Hirnödeme, Schock und das Ersticken an Erbrochenem sind keine Seltenheiten!
Barbiturate Nebenwirkungen: Hautausschläge, Schulterschmerzen, Müdigkeit, Sehstörungen, Leberstörungen bis hin zu -versagen, Krampfanfälle, Läh-mungen, Allergien und Kopfschmerzen, erhöhte Unfallgefahr. Bei anregenden Mitteln: Herz- und Kreislaufzusammenbruch möglich.
Langzeitfolgen
Bei dämpfenden Mitteln: Barbiturate haben ein hohes körperliches und psychisches Abhängigkeits-potenzial. Dauerhafte Nierenschäden sind möglich.
Bei aufputschenden Mitteln: tiefe Depressionen nach Abklingen der Wirkung, Auslösung von Schlaflosig-keit, Unruhe usw.
Nasenspray
Auch bei Nasensprays kann eine Sucht entstehen. Auf die medikamentöse Gefäßverengung reagiert der Körper meist nach sechs bis acht Stunden mit einer stärkeren Durchblutung der Nasenschleimhaut - das führt zu einer oft noch stärkeren Schwellung.
Wird dann wieder zu den Tropfen gegriffen, beginnt der Prozess von neuem. Ein Dauergebrauch führt bereits nach kurzer Zeit zu einer Mangeldurch-blutung der Schleimhaut und Drosselung der Schleimbildung (feststellbar an einer trockenen Nasenschleimhaut und Borkenbildung), im schlimmsten Fall zu einer chronischen Nasenschleimhaut Entzündung (medikamentös verur-sachter "Schnupfen") mit Gefäßschäden an der Schleimhaut.
Benzodiazepine
Benzodiazepine sind Wirkstoffe in Medikamenten, wie Psychopharmaka und Tranquilizern. Sie fanden ursprünglich in der Narkosemedizin Anwendung und werden heute in der Medizin bei Symptomen wie Angst, Depressionen, Unruhe, Wahn, Halluzinationen oder Schlaflosigkeit verwendet. Benzo-diazepine gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten überhaupt. Meist in Form von Tabletten, welche geschluckt (zerkleinert oder aufgelöst), gesnieft oder gespritzt werden. Bekannteste Vertreter sind Rohypnol (Flunitrazepam) und Valium / Faustan (Diazepam).
Szenenamen
Benzos, Rohpies, Dias, Kapseln, Pillen, Tabletten und die Handelsnamen der einzelnen Medikamente: Rohypnol, Valium, Faustan etc.
Sie sind schlafanstoßend und wirken stark betäubend. Deshalb zählen sie auch zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten, die ein hohes körperliches und psychisches Abhängigkeitspotenzial besitzen.
Aufnahme / Wirkungsdauer
Rohypnol wirkt innerhalb von 20 - 30 Minuten, wird in Tablettenform verab-reicht, in Pulver untergemischt oder vollständig in Getränken aufgelöst.
Rausch
Schläfrigkeit, Verwirrtheit, mangelnde Urteilsfähigkeit, Rohypnol beeinträch-tigt die Motorik und das Bewusstsein. User wirken betrunken (langsames Reden und schwankendes Gehen). Ereignisse werden meist vergessen und manche Konsumenten fallen in Bewusstlosigkeit. Auch zu beobachten: Verlangsamung des Herzschlags und Blutdruckabfall.
Abbau
Rohypnol wird in ein bis zwei Stunden komplett vom Körper abgebaut. Nach-wirkungen: Kopfschmerzen von ein bis zwei Tagen.
Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Schock, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Muskelschlaffheit, aggressive Ent-hemmung. Bei Schwangeren ist eine Schädigung des Ungeborenen nicht auszuschließen.
Langzeitfolgen
Leberschäden, Entzugserscheinungen (körperlich), Schlafstörungen, psycho-seartige Zustände wie Verfolgungswahn, erhöhte Reizbarkeit
Achtung: Ein oft für Verbrechen missbrauchtes Benzodiazepin ist Rohypnol. Es löst sich vollständig in Flüssigkeiten auf, weshalb es oft von Verbrechern/Vergewal-tigern zur Betäubung ihrer Opfer benutzt wird. (K.O.-Tropfen) Man sollte daher Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen und nie aus offenen Behäl-tern trinken, die herumgereicht werden.
Antidepressiva
Antidepressiva sind psychoaktive Medikamente, die in der Medizin zur Be-handlung von Depressionen eingesetzt werden.
Sie wirken antriebssteigernd, stimmungsaufhellend, angst- und spannungs-lösend.
Allerdings setzt diese Wirkung bei den meisten Medikamenten dieser Gruppe bei regelmäßiger Einnahme erst ca. nach 10 - 14 Tagen ein. Im Zeitraum zuvor wird der Konsument in einen eher gedämpften Zustand versetzt, der sich dann aber auch in innere Unruhe und Verzweiflung verändern kann. Diese Zeit muss durchgehalten werden, um die erwünschte Wirkung (siehe oben) zu erreichen.
Ein Antidepressivum sollte nicht in Zusammenhang mit Alkohol eingenommen werden, da sich die jeweilige Wirkung erheblich verstärken kann.
Weitere Infos zum Thema Medikamente gibt es im Kapitel "Grundlagen". |