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Absinth / Thujon - legale Droge

Absinth ist ein hochprozentiger alkoholischer Kräuterlikör, der mit dem Zusatz des Heilkrautes Wermut (Artemisia absinthium) versehen ist, der den eigentlichen Hauptwirkstoff des Getränks ausmacht. Das blaugrünlich bis braune zähflüssige ätherische Öl dieser Pflanze enthält das Nervengift Thujon.

Weitere Bestandteile des Absinths sind die Kräuter Angelika, Anis, Koriander, Fenchel, Artemisia, Pfefferminz und Ysop. Die EU hat 1998 ihr Spirituosen-gesetz vereinheitlicht und seither ist Absinth mit der Auflage von einem maximalen Thujongehalt von 35 mg pro Liter in allen EU Ländern erlaubt.

Das Wermutkraut ist ein etwa ein Meter hoher Busch, der in Europa und Asien wild wächst. Die mit haarigen, silbergrauen Blättern versehene Pflanze ist sehr anspruchslos und wächst oft an Wegesrändern, beispielsweise auch dort, wo keine anderen Nutzpflanzen gedeihen können. Wermut wird bis heute als Heilpflanze eingesetzt und hilft - verabreicht als Sud oder Tee - gegen Magen-, Darm- und auch Gallenbeschwerden.

Der Hauptwirkstoff des Absinths Thujon ist ein Isomer (verschiedene Stoffe mit gleicher chemischer Zusammensetzung aber unterschiedlicher chemi-scher und physikalischer Eigenschaften) und existiert als Alpha-Thujon und Beta-Thujon.

In der Intensivmedizin wird Thujon wegen seiner Krampf auslösenden Wir-kung zur Behandlung von mit Narkotika vergifteten Patienten verwendet.

Aufnahme / Wirkungsdauer

Absinth kann pur aber auch verdünnt konsumiert werden. Das Nachzuckern des Absinths ist heutzutage nicht mehr nötig, war aber in früheren Zeiten wegen des bitteren Geschmacks des Wermutkrautes nötig und ist ein beliebtes Ritual geworden. Dazu wird ein Löffel mit Zucker (lose oder als Würfel) kurz in das Getränk getaucht und gewartet bis der Zucker sich auflöst und ins Glas tropft. Dies geht mit speziellen Absinthlöffeln (Löcher im Löffel) noch besser.

Wahre Kenner setzen noch eins drauf. Nach dem Eintauchen des Löffels mit dem Zucker in den Absinth wird der getränkte Zucker entzündet, der Alkohol verbrennt und verkocht den Zucker zu Sirup, der ins Glas tropft und letztendlich verrührt wird. Der Inhalt wird dann schnell ausgetrunken.

Je nach Alkoholgehalt sollte man Absinth im Verhältnis 1:2 bis 1:5 (bei 70% Alkoholgehalt auch bis zu 1:8) mit Wasser verdünnen. Durch das Verdünnen mit Wasser nimmt das Getränk ein trüb milchiges Aussehen an. Beim Trinken des puren und bitteren Absinths führt man seinem Körper in kürzester Zeit hohe Mengen an Thujon zu.

Rausch

Die besondere Wirkung des Absinths wurzelt in der Mischung aus beruhigendem Alkohol und stimulierendem Thujon, die sich anscheinend gegenseitig in ihren Wirkungen teilweise aushebeln und für den einzigartigen Rauschzustand sorgen.

Konsumenten berichten bei wenigen Drinks von einem leicht schwebenden Zustand und Verstärkung der Sinneswahrnehmung. Farben werden kräftiger, die Sehschärfe nimmt zu und Musik wird als lauter empfunden. Der Gemütszustand ist ausgelassen, erregt und euphorisch. Viele fühlen sich wie nach dem Konsum von zwei Joints.

Man fühlt sich freier, Schüchternheit verfliegt und man sucht Kontakt zu anderen. Der Konsument wird gesprächiger und bleibt klaren Verstandes, das Bedürfnis nach Sex ist ungleich größer (Aphrodisiakum) und oft wird von einem starken Hungergefühl berichtet. Das Zeitgefühl verändert sich.

Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches

Der Absinthrausch bringt am nächsten Morgen einen schlimmem Kater mit sich, dessen Stärke die üblichen Mittel wie Kaffee mit Zitrone oder Mineral-wasser mildern.

Eine Überdosierung/Absinthvergiftung (ab 2,1 bis 9,8 g Thujon, was knapp 200 Flaschen Absinth entspricht) löst bei einem erwachsenen Menschen (ca. 70 kg) Krämpfe, Empfindungslosigkeit und Verwirrung aus. Vorher machen sich Schwäche, Schwindel und Zittern in den Beinen bemerkbar. Weiterhin tritt ein Kribbeln und schmerzhaftes Ziehen in den Gliedmaßen auf. Das Zittern verstärkt sich und neben epileptischen Anfällen kann es zu Halluzinationen kommen. Diese Krämpfe können schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen und zum Tode führen.

Akut bedeutet das eine sich erst verkrampfende Haltung und Krämpfe in der Rückenmuskulatur, die dann in kleinere Krämpfe vereinzelter Muskelgruppen übergeht, was unter anderem Zähneknirschen hervorrufen kann. Die Dauer solch eines Anfalls erstreckt sich auf ca. 60-80 Minuten.

Bevor es jedoch zu einer solchen Vergiftung kommen kann, ist der Konsument von der Wirkung des Alkohols schon sehr stark mitgenommen und eher betrunken als thujongeschädigt.

Die hauptsächlichen und gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen wurzeln im hohen Alkoholgehalt.

Langzeitfolgen

Langzeitfolgen des Absinthkonsums sind noch nicht eindeutig erforscht. Bei Konsum überdurchschnittlicher Mengen über einen längeren Zeitraum können jedoch Wirkungen wie Zittern, Empfindungsstörungen und eventuell auch Krämpfe auftreten. Durch den hohen Anteil an Alkohol im Absinth sind Schädigungen durch diesen sehr viel wahrscheinlicher.

Mischkonsum

Es sollte vermieden werden, nach dem Absinthgenuss noch andere alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, da dadurch die Wirkung des Absinths auf unangenehme Weise verstärkt werden kann.